Infos über den Anlegerschützer Heinz Gerlach
Heinz Gerlach (* 9. August 1945 in Frankfurt am Main; † 10. Juli 2010)
war Publizist und Herausgeber von Periodika zum Anlegerschutz.
Heinz Gerlach (Quelle Wikipedia.de)
Schwerpunkt seiner inzwischen umstrittenen publizistischen Arbeit seit 1969 war die Berichterstattung über den Grauen Kapitalmarkt und die Warnung vor unseriösen Anbietern. Er bezeichnete sich selbst als Deutschlands ältesten Anlegerschützer. Dabei arbeitete er auch mit unbegründeten Strafanzeigen gegen Emissionshäuser, die ihm keinen Beratervertrag geben wollten. Für diese Methode wurde Gerlach von einem Kölner Staatsanwalt scharf gerügt. Der Ankläger schrieb an Gerlachs Anwalt, schon einmal habe er aufgrund "haltloser Vorwürfe" von Heinz Gerlach gegen ein Emissionshaus ermittelt. "In jenem Verfahren hat der Unterzeichner (der Staatsanwalt) erstaunt zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Anzeigeerstatter (Heinz Gerlach) anscheinend durch Publikation der in der Ermittlungsakte geführten Korrespondenz Geld verdient, indem er diese durch Verbreitung auf CD-Rom gegen Entgelt veröffentlicht. In dem jetzt zu entscheidenden Fall scheint die Anzeige ebenfalls vor diesem Hintergrund erhoben worden zu sein..."
Beteiligungen an Firmen und Publikationen:
Seit 1969 sammelte Heinz Gerlach Informationen im "Sach-, Steuer- und Rechts-Archiv der Kapitalanlage". Die 1974 von Gerlach gegründete Kapitalanlage-Informationszentrum GmbH verkaufte er 1988 an die Verlagsgruppe Bertelsmann, die die Firma bis 2000 als "DFI Deutsches Finanzdienstleistungs-Informationszentrum GmbH" führte und dann an die Hamburger Cash Medien AG weiter veräußerte.
Zwischen 1988 und 1993 war Gerlach Herausgeber des Informationsdienstes "gerlach-report".
Seit 1994 war er (über seine zwischenzeitlich insolvente Firma "Heinz Gerlach Medien AG" der Herausgeber des Research-Dienstes "Direkter Anlegerschutz".
Beraterverträge
Die Unabhängigkeit und fachliche Integrität von Heinz Gerlach wurde im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch einer bekannten Finanzgruppe stark in Frage gestellt. Es bestand ein Beratervertrag zwischen Heinz Gerlach und der Unternehmensgruppe. Gerlach wurde vorgeworfen, in seinen Publikationen nicht angemessen auf die Hinweise für finanzielle Probleme der Finanzgruppe eingegangen zu sein.
Auch im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Problemen der größten geschlossenen Fonds Deutschlands, wurden schwere Vorwürfe gegen Gerlach erhoben. Gerlach warb weiter für Anteile, als die wirtschaftlichen Probleme der Fonds bereits absehbar war. Gerlach war von diesem Unternehmen mit einem Beratervertrag ausgestattet gewesen.
Kompetenz
Auf den Internetseiten des "Direkter Anlegerschutz" werden nicht nur aktuelle Urteile zum Thema Anlegerschutz publiziert, sondern bezüglich einzelner Anlageprodukte auch rechtliche Stellungnahmen gemacht. Ständig wiederkehren z. B. Formulierungen wie "schwerwiegender Prospektfehler", "Verletzung des IDW S4-Standards". Heinz Gerlach war als Nichtakademiker wohl weit von einer solchen Kompetenz entfernt.
Geschäftspraktiken
Heinz Gerlach ist mehrfach wegen seiner Geschäftspraktiken verurteilt worden. Im August 2007 verurteilte ihn das Landgericht Frankfurt am Main in einem Hauptsacheverfahren wegen seiner Geschäftspraktiken. Das Oberlandesgericht Düsseldorf verneint in einem Urteil, dass Heinz Gerlach als Anlegerschützer tätig ist. Das Gericht befand, "was der Beklagte (Gerlach) mache, sei überhaupt kein Anlegerschutz." In dem Urteil heißt es: "Durch eine solche Behauptung werden die Kapitalanleger, zumindest ein ganz erheblicher Teil von ihnen irregeführt, weil sie von einem Anlegerschutz gerade das erwarten, was der Beklagte nicht anbietet."
Weitere Informationen und Links zu Heinz Gerlach
- http://www.akte-heinz-gerlach.info/downloads
- http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-57970914.html
- http://www.wirtschafts-research.de/research-details/daten/heinz-gerlach.html
- Report Mainz, Sendung vom 12. Juni 2006
- Focus, 4. September 2006
- http://www.wirtschaftsfahndung.de/Home/betrug%20und%20untreue%20bei%20Aufina.htm
- http://www.extremnews.com/berichte/wirtschaft/cfc7129ca178c4d
- http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1152657-1-10/wer-ist-anlegerschuetzer-heinz-gerlach
Der vollständige Beitrag zu Heinz Gerlach mit weiteren Firmennamen und Links gibt es bei Wikipedia hier.

Persönliche Erfahrungen mit Heinz Gerlach
Durch Anlagebetrug habe ich Anfang der 90er Jahre selbst eine Menge Geld verloren. Meine Geschichte im Deutschlandradio hier. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/249744/
Als das Internet Mitte der 90er aufkam, habe ich diese Erfahrungen mit einer eigenen Domain ins Internet gestellt. Die Idee dabei: Direkt von Anleger zu Anleger Infos und Erfahrungen austauschen. So entstand der direkteranlegerschutz.de. Damals habe ich mit zwei Partnern aus dem Finanzsektor zusammengearbeitet. Einige der "Publikationen" von Heinz Gerlach haben wir selbst für viel Geld im Abo bezogen; erst in Papierform dann als CD-ROM.
Auf einer Fachmesse in Kassel traf sich Heinz Gerlach mit mir und besprach die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. Ich sollte seine Verlagsprodukte ebenso promoten und meine Seite einstellen bzw. dafür nutzen. Als Suchmaschinenoptimierer war ich recht gut mit meiner Arbeit. In vielen Suchmaschinen fand man unter dem Suchbegriff "Anlegerschutz" meine Seite auf Platz 1. Auch bei Google, was ein echter Wirtschaftsfaktor war!
Da Heinz Gerlach & ich keine Einigung fanden und ich auch dann kein Interesse mehr gehabt habe, kam wenige Wochen später unerwartet die große Rechtskeule in Form einer "Einweiligen Verfügung". Als kleines Licht ist man erst einmal geschockt von 30 Seiten amtlicher Gerichtspost vom Landgericht Bielefeld.
Nach Rücksprache mit meinen beiden Partnern - beide erfahrene Insider aus der Finanzbranche - und meinem Onlineanwalt rieten mir unabhängig alle drei zu einem Einlenken im Fall Gerlach. Dem habe ich dann auch nachgegeben, auch wenn ich anderer Meinung gewesen bin.
In den folgenden Jahren habe ich mir das Geschäftsmodell von Herrn Gerlach immer näher angeschaut. Die kritischen Stimmen aus der serösen Ecke zu seiner Person sind wohl überwiegend alle zutreffend gewesen. Nach dem Motto "Wenn Ihr bei mir als Produktanbieter keinen Prospektcheck eurer Produkte machen lassen wollt, so bewerte ich euch in meinem etablierten Anlegerreport als schlecht..." hat der Anlegerschützer gutes Geld mit Anbietern von Finanzprodukten verdient. Das ist offenbar die ultimative Gelddruckmaschine für Herrn Gerlach gewesen.
Wie das funktioniert, steht auch hier: http://www.extremnews.com/berichte/wirtschaft/1a4b129d007f0c6
Heinz Gerlach war kein zimperlicher Zeitgenosse, was die Einschaltung teuerer Kanzleien war; zumindest ich habe ihn so erlebt. Zahlreiche kritsche Stimmen wurde auf diese Weise sicherlich jahrelang mundtot gemacht, was lange Zeit leider funktioniert hat. Betrachtet man die finanziellen Größenordnungen, wird einem schnell klar worum es wirklich geht - nämlich um einen Milliardenmarkt von Anlagegeldern. Und da ist offenbar jedes Mittel recht gewesen, um kritische Stimmen zu stoppen. Herr Gerlach war jahrelang der graue Papst der Branche, der völlig sattelfest auf seinem hohen Ross saß. Selbst die Presse nannte ihn immer wieder als Experten in Sachen Anlegerschutz.
Als sehr bedenklich waren m.M. die engen Verpflechtungen zu sehen, die teilweise zwischen ihm und seinen "Prospekt-Kunden" bestanden. Kein Mensch wird ein Finanzprodukt niedermachen oder schlecht bewerten, wenn man bei der gleichen Firma einen fetten Beratervertrag hat. Da wird ja im Prinzip quasi der "Bock zum Gärtner"....
Mitte 2005 versuchten dann einige "kritische Stimmen" aus der Finanzbranche, mich vor ihren Karren zu spannen und öffentlich Front gegen Herrn Gerlach zu machen. Mit den Mitteln des Internets und meinen guten Suchmaschinenergebnissen wäre das optimal abgelaufen.
Da ich in Sachen "Heinz Gerlach" finanziell schon genug Federn gelassen hatte und mich von seiner Klagefreudigkeit nicht nochmals arm machen zu lassen, habe ich abgelehnt. "Recht haben" und "Recht bekommen" sind bekanntlich in Deutschland immer noch zwei unterschiedliche Punkte. Und Heinz Gerlach fuhr zur Abschreckung immer gleich die ganz großen Geschütze auf. Da überlegt sich Otto Eisenbieger besser dreimal, ob es ihm das wirklich wert ist...
Nicht alles war schlecht!
In den diversen Publikationen wurden in den 90er Jahren von Heinz Gerlach immer wieder berechtigte Warnungen veröffentlicht und so manche fragwürdigen Geschäfte öffentlich kritisiert. Manche Pleiten von Initiatoren auf dem Grauen Kapitalmarkt wurden von ihm frühzeitig erkannt. Einen Fall aus der Familie meiner Ex-Frau kenne ich selbst; hier ging es konkret um den European Kings Club. Durch den laufenden Bezug des Gerlach-Reports war ich frühzeitig informiert und die Finger davon gelassen; meine angeheiratete Verwandtschaft hatte nur die fetten Zahlen vor den Augen und haben entsprechend gehandelt.
Die Macher des Schneeballsystems hatten zum Schluß ein echtes logistsches Problem mit dem Bargeld, weil ihnen in Deutschland keiner mehr ein Konto geben wollte. Es begann die Reise der Geldkofferkuriere durch die Republik. Selbst als die ARD schon vor dem European Kings Club warnte, fielen reihenweise Menschen auf die vollmundigen Versprechungen herein - halt ein typisches Schneeballsystem. Die Macher des European Kings Club schafften es sogar, den ehemaligen Chef der Russen - Michail Gorbatschow, genau der russische Politiker! - kurzfristig zu einem Auftritt in Deutschland zu bewegen. War doch alles seriös oder ???
In seinem Gerlach-Report warnte Gerlach zu Recht vor den Angeboten von Pleitefirmen wie dem European Kings Club.
Diese Firmen bzw. Beteiligungen sind mittlerweile komplett von der Bildfläche verschwunden. Nur die Art und Weise, wie man dann später Aufträge an Land gezogen hat und die enge Vermischung zwischen Berichterstattung und Unternehmensberatung dürfte zu dem dann eingetretenen Interessenkonflikt und seinen bekannten Folgen geführt haben.

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